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Reisen mit Kindern

 

 

Für uns stellte es nie ein Problem dar, Reisen - auch Abenteuerreisen- mit unserern Kinder zu unternehmen. Selbst noch ein Kind bin ich mit meinen drei Geschwistern und meinen Eltern schon viel in Europa herumgekommen. Anfangs noch mit einem VW-Käfer, später dann schon sehr komfortabel mit einem selbst ausgebauten VW-Bus. Für uns Kinder war es das größte Abenteuer wie Vagabunden durch Europa zu reisen. Von Strand zu Strand, von Campingplatz zu Campingplatz. Jeden Tag auf´s neue gespannt was der nächste Tag denn bringen mag.

Aus dieser Prägung heraus, war es für mich nie ein Problem meine Abenteuerlust mit dem Wunsch eine Familie zu Gründen zu verbinden.

Mit meiner Frau habe ich jemanden gefunden, die sich auch für Abenteuerurlaube begeistert und nicht dem >All inclusive Urlaub< in einer Hotelanlage den Vorzug gibt.

 

So haben jetzt schon einige Urlaube hinter uns gebracht. Doch diese Reise stellt bisher alles bei weitem in den Schatten. Eine Reise um den afrikanischen Kontinent und dann auch noch mit einem schulpflichtigen, einem Kindergarten- und einem Kleinkind...........

Da kommt bei Verwanten und Freunden schnell die Frage auf, ob man so etwas seinen Kindern zumuten kann bzw. darf. Nur eine Hand voll Leuten (mit eigenem Abenteuerreisehintergrund) haben uns bestärkt und uns Mut zugesprochen. Zu oft bleibt ungläubiges Staunen in den Gesichtern zurück verbunden mit vielen Fragen.

Für alle Leser dieser Seite, hier der Versuch die am häfigsten gestellten Fragen (FAQ´s) zu beantworten.

 

    • Wie kann man nur....
    • Was ist mit Krankheiten?
    • Wie beschäftigt Ihr Eure Kinder den ganzen Tag?
    • Ist das nicht zu gefährlich?
    • Lasst Ihr Euch Impfen?
    • Wo übernachtet Ihr?
    • Wie macht Ihr das mit den Visas?
    • Was ist mit der Schulpflicht?
    • Was kostet es ein Jahr unterwegs zu sein?
    • Was ist mit dem Arbeitsplatz?
    • Wie macht Ihr das mit Eurem Haus?

 

Wie kann man nur?

Natürlich sind wir der Meinung, dass wir unseren Kindern die Anstrengung einer solchen Reise zumuten können. Sonst würden wir es nicht tun! Wir reisen ja schließlich mit unserem kleinen Mikrokosmos in Form unseres Wohnmobils. Es stellt uns immer und überall einen trockenen und warmen Platz zum Schlafen bereit, ist Spiel-, Wohn-, Schlaf-, Badezimmer und Küche zugleich und schützt uns vor den Unwillen der Natur. Das Beste für Kinder ist es, wenn Eltern möglichst viel Zeit mit Ihren Kindern verbringen - und genau das machen wir. Wie haben die Chance als Familie ein Jahr intensiv zusammenzuleben. Unserer Kinder geben den Rhythmus vor, dem wir folgen. Wir können lediglich den Takt beeinflussen. Wir freuen uns darauf und werden viel zu erzählen haben.

 

Was ist mit Krankheiten?

Natürlich kann man keineswegs das Risiko von Krankheiten verharmlosen- im Gegenteil- man muss sich des Risikos bewusst sein, um sich optimal vorzubereiten. Die in vielen Ländern mangelnde medizienische Versorgung, kann im Ernstfall graviernde Folgen haben. Eine gut sortierte Reiseapotheke, gesunde Ernährung, Körperpflege sowie optimale Vorbeugung gegen Moskitos sorgen in unseren Augen für maximale Vorbeugung. Kleinigkeiten wie Händewaschen, Schuhe tragen, Vorsicht walten lassen beispielweis beim Aufheben von Feuerholz etc. müssen ritualisiert werden. Ein Restrisiko bleibt jedoch immer!! Wir werden im Falle eines Falles die Reise jederzeit sofort abbrechen, da uns vor allem die Gesundheit unserer Kinder am Herzen liegt. Mit einem Flieger kann man in kürzester Zeit (<4h) in einem Krankenhaus mit europäischen Standard sein 

 

Wie beschäftigt Ihr Eure Kinder den ganzen Tag?

Es ist nicht besonders verwunderlich, das Kinder andere Interesse haben als Erwachsene. Schöne Landschaften, Museen, Ausgrabungsstätte etc. mögen für Erwachsene von Interesse sein, Kinder hingegen langweilt dies eher. Auf solch einer Reise muss natürlich jeder auf seine Art auf seine Kosten kommen können. Da wir drei Kinder haben, sind diese sehr wohl in der Lage, auch ohne weitere Spielkameraden klar zu kommen. Da wir während der ersten Monate mit einer weiteren Familie mit ebenfalls drei Kindern unterwegs sind, dürfte die Gefahr der Langeweile noch weiter schmälern.

 

Ist das nicht zu gefährlich?

Drei so hübsche Mädels und dann auch noch blond!!! Was diese Aussage impliziert, kann sich jeder selbst vorstellen. Doch gilt das nicht für den gesamten Globus, einschließlich Europa. Man braucht die Zeitung doch nur aufzuschlagen. Bei solch einer Reise zu Bedenken ist: Als Familie mit Kindern (gerade in arabischen Ländern) reisen, heißt, ein hohes Ansehen zu genießen, überall äußerst gastfreundlich aufgenommen zu werden und hinter manche Türe blicken zu können, die einem als Einzel- oder Großgruppenreisenden verschlossen bliebe. Kinder machen bei diesen Reisen Erfahrungen, die sie sonst nie machen können: dass Wasser etwas Kostbares ist; dass es Kinder gibt, die vieles, was für sie selbstverständlich ist, entbehren müssen; dass es verschiedene Kulturen gibt, die alle gleich achtenswert sind... – Erfahrungen, von denen wir hoffen, dass sie dazu beitragen, die Kinder zu vielseits interessierten, „geerdeten“, offenen, toleranten Menschen werden lassen... Inshallah!

 

Lasst Ihr Euch Impfen?

Ein eindeutiges JA!

 

Wo übernachtet Ihr?

In der Regel schalfen wir im Iveco. Die Kinder Oben und wir Unten.  Unser Auto ist unser 1000 Sterne Hotel. Durch eine große Dachluke können wir den Sternenhimmel beobachten. Wir haben auch auch ein Zelt dabei. Für alle Fälle oder für Besuch ;-).

 

Wie macht Ihr das mit den Visas?

Ungünstigerweise müssen die Kinder neuerdings Ihren eigenen Reisepass haben, was die Visabeschaffung empfindlich verteuert. Wir fahren mit lediglich 2 Visas los. Mauretanien und Mali. Alle anderen Visas besorgen wir uns an den Botschaften unterwegs. Anderst ist dies bei einer max. Gültigkeit von drei Monaten bei den meisten Visas auch gar nicht möglich.

 

Was ist mit der Schulpflicht?

Julia unterliegt natürlich der Schulpflicht. Da wir aber permanent unterwegs sind, ist es uns ja nicht möglich eine ausländische Schule zu besuchen. Aus diesem Grund haben wir Julia von der Schule abgemeldet. Wir werden versuchen so gut es geht mit Hilfe der Schulbücher und Arbeitsheften den Schulstoff zu bewältigen. Französich und Englisch kann Julia dann auch gleich anwenden. Bio und Naturphänomene hat sie jeden Tag und nebenbei wird sie noch zum KFZ-Mechatroniker ausgebildet. Wir versuchen regelmäßig >Schule auf 4 Rädern< abzuhalten. Hausis gibt es dann natürlich auch!! Nach diesem Jahr muss Julia dann in allen Fachern eine schriftliche in den Hauptfächern auch noch eine mündliche Prüfung ablegen. Ab einem Durchschnitt von 4,0 darf sie dann die 7. Klasse besuchen, obwohl sie die 6. Klasse "nur" in der >Schule auf 4 Räder< verbracht hat

 

Was kostet es ein Jahr unterwegs zu sein?

Die Frage sollte lauten: "Was darf es kosten?" - Eigentlich weniger als man hier in der gleichen Zeit in der BRD benötigen würde. Dies ist natürlich stark vom Lebenstil abhängig. Genauer beantworten wir die Frage Sept. 2009.

 

Was ist mit dem Arbeitsplatz?

Die Reise wurde möglich, durch das sogenannte Sabbatjahr. Mittels der 3/4- Regelung habe ich bei vollem Deputat 3 Jahre lang auf 1/4 meines Gehalts verzichtet und diese angespart. Im vierten Jahr bekommt man somit weiterhin 3/4 des Lohnes, muss aber nicht mehr arbeiten. Diese Regelung hat den großen Vorteil, dass der Versicherungsschutz weiterhin bestehen bleibt.

 

Was macht Ihr mit Eurem Haus?

Das haben wir untervermietet. Etwas Glück gehöhrt natürlich dazu, so vertrauensvolle Untermieter zu finden, das man Möbel, Küche, Betten etc. mit untervermietet. Wir hatten Glück und keine Probleme damit, dass unsere Sachen ein Jahr von jemanden anderst genutzt werde.

Aktualisierung: 2009/01/15 - 19:33 / Redakteur: jochen
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